Schlagwort: Neonazis

Pressemitteilung: Wo ist die Haltelinie?

12. November 2017  Antifaschismus, Mein Wahlkreis, Politik

Gedenken an Reichspogromnacht in Gotha durch Nazis bedroht

Am Donnerstag, den 9. November jährte sich die Reichspogromnacht in Deutschland zum 79. Mal. Wie in vielen anderen Städten und Gemeinden wurde auch in Gotha die Synagoge niedergebrannt und 52 Jüdinnen und Juden im direkten Anschluss daran inhaftiert. 28 von ihnen wurden direkt ins KZ Buchenwald deportiert. Kaum jemand von ihnen hat überlebt.

Wie jedes Jahr gedachte das Gothaer Bündnis gegen Rechts mit einer Kranzniederlegung direkt auf dem Jüdischen Friedhof und einem Lichterlauf vom Friedhof zur Gedenkstätte am Platz der ehemaligen Synagoge den Opfern der Reichspogromnacht und warnte gleichzeitig vor den aktuellen rassistischen Entwicklungen und Pogromen. Auch die Stadt gedachte wie immer der jüdischen Opfer.

Neben der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt und dem Lichterlauf des Bürgerbündnis gab es auch zwei genehmigte Kundgebungen von Neonazis. Wenige Meter vom Haupteingangs des Jüdischen Friedhofs entfernt, forderte der in Gotha stadtbekannte Neonazi Marko Zint mit einigen Militanten auf einem Transparent „Schluss mit dem Schuldkult“.

„Es ist ein Skandal, dass eine Neonazikundgebung an diesen beiden jüdischen Gedenkorten vom Landratsamt Gotha genehmigt wurde“ erklärt die Abgeordnete der Landtagsfraktion DIE LINKE Scheringer-Wright. „Die Instinktlosigkeit des CDU-Landrates und seiner Ordnungsbehörde offenbart eine absolute Ignoranz und befördert die Verhöhnung der Opfer “ so die Abgeordnete weiter.

Jahrelang verlief das Gedenken an die Opfer der Pogromnacht am 9. November in Gotha ungestört, fast schon unbeachtet. Dass in 2017, dem Jahr, in dem der Thüringische AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Höcke die Forderung nach einer 180 Grad-Wende in der Erinnerungspolitik gefordert hat, Neonazis die Pogromnacht öffentlichkeitswirksam besetzen und damit eine direkte Drohung gegen Juden und Gedenkende demonstrieren können ist kein Zufall.

„Ich bin entsetzt, dass das Landratsamt Gotha diese antisemitische Einschüchterung vor Ort zugelassen hat“, beschwert sich Scheringer-Wright. Auch der Vorsitzende des Gothaer Bündnis gegen Rechts ist außer sich: „Ich bin traurig und wütend über die eingetretene Situation. Es zeigt sich dass das Brecht´sche Zitat „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ nichts an Aktualität eingebüßt hat“.

Scheringer-Wright kündigt an, dass dieser Vorfall nicht zu den Akten gelegt werden kann, sie werde mit den verantwortlichen Behörden des Landkreises Gotha das Gespräch suchen und Aufarbeitung verlangen.

Share Button

Wir rufen euch auf, am 1.10.2016 in Gotha für Mitmenschlichkeit auf die Straße zu gehen.

26. September 2016  Antifaschismus, Mein Wahlkreis

0110_1809_1125Aufruf des Bündnis gegen Rechts. Gotha ist BUNT e. V. zu den Gegenprotesten am 01.10. in Gotha. Angemeldet sind drei Kundgebungen ab 13:00 Uhr. Unterstützt die Proteste, teilt den Aufruf, bringt Plakate und Protestschilder mit. Kommt zu den Kundgebungen.

– Bahnhofsvorplatz

– Arnoldiplatz

– Hersdorfstraße


Die Neonazis aus dem „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“ (BZLG) mobilisieren zu einem Aufmarsch unter dem Titel „Gegen linke Gewalt“. Die geplante Aktion gehört zu der ständig steigenden Zahl von extrem rechten Aufmärschen, Konzerten und anderen öffentlichen Auftritten in Thüringen, bei denen sich die Neonazis gerne als Opfer geben.

Ein Blick auf das vergangene Jahr und die ersten sechs Monate des laufenden Jahres entlarvt diese Haltung als billige Heuchelei. In ihrer Jahresbilanz für 2015 registriert die „Mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“ (ezra) mehr als doppelt so viele Fälle rechtsmotivierter Gewalt als im Vorjahresvergleich. Und auch im ersten Halbjahr 2016 sind die Fälle rechter und rassistisch motivierter Gewalt in Thüringen um fast das Doppelte angestiegen.

Während Flüchtlingsunterkünfte brennen und immer mehr Menschen um Gesundheit, Leib und Leben fürchten müssen, betreiben die Neonazis vom BZLG eine billige Täter-Opfer-Umkehr, um ihre menschenverachtenden Parolen auf die Straße zu tragen.

Tatsächlich dürften die meisten Neonazis aus der Szene des BZLG Erfahrungen mit Gewalt gemacht haben, denn aus diesem Umfeld stammen auch einige der Angeklagten, die momentan wegen des gewalttätigen Überfalls auf die Kirmesgesellschaft in Ballstädt im Landkreis Gotha vor dem Landgericht Erfurt stehen. Wir erinnern an die mindestens acht Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Thüringen sowie an die unzähligen Verletzten und Betroffenen des rechten Terrors und rufen zum Protest gegen den Aufmarsch der Neonazis am 1.10. auf.

Der Verein Bündnis gegen Rechts. Gotha ist BUNT e. V. ist ein Zusammenschluss von 0110h_1809_1209Vertretern der Parteien „Die Grünen“, der SPD, „Die Linke“, der Piratenpartei, der christlichen Kirchen, des VVN/BdA, der Gewerkschaften des DGB, verschiedener Vereine und Verbände sowie weiteren Einzelpersonen. Wir rufen gemeinsam dazu auf, auch am 01.10.2016 Flagge zu zeigen für eine tolerante, weltoffene Stadt. Stellen Sie sich gemeinsam mit uns dem menschenverachtenden Mob des „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“ und seinen Nazikumpanen entgegen!

Nur gemeinsam können wir zeigen, dass Gotha BUNT ist und bleibt!

Share Button