Probleme der Milchbauern nach wie vor noch nicht angekommen

16. April 2009  Landwirtschaft

Angesichts der für heute in Erfurt angekündigten Demonstration der Milchbauern für bessere Erzeugerpreise offenbart sich für die agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der LINKEN, Dr. Johanna Scheringer-Wright, dass „die Existenzängste und Probleme der Milchbauern in den Köpfen politisch Verantwortlicher nach wie vor nicht angekommen sind“.

Die Abgeordnete erinnert daran, dass vor fast genau einem Jahr bundesweit die Milcherzeuger auf ihre prekäre Finanzsituation aufmerksam gemacht hatten. „Die dann aus diversen Milchgipfeln und Krisentreffen, auch in Thüringen, folgenden Verhandlungsergebnisse sind offensichtlich wie Strohfeuer erloschen.“
Dies zeuge auch davon, dass das augenscheinliche Problem „niedrige Milchpreise“ durch vielschichtige Ursachen bedingt ist. Denn Milcherzeuger seien leider das letzte Glied in der Kette des globalen Zusammenspiels von Milchproduzenten, Molkereien, Händlern, Lebensmitteldiscountern und letzten Endes den Verbrauchen.

„Neben den oft viel zu niedrigen Erzeugerpreisen, die die Molkereien an die Bauern zahlen, schlägt jetzt auch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise durch“, sagt Scheringer-Wright. Die Zukunft werde zeigen, wer den längeren Atem habe und am wirksamsten nach Wettbewerbsvorteilen suche. Die Agrarpolitikerin der LINKEN warnt vor einem gegenseitigen Verdrängungswettbewerb unter den Milchbauern. Vielmehr müssten Wege zur besseren regionalen Vermarktung durch Zusammenarbeit zwischen den Erzeugern und Vermarktern gesucht werden, gehe es um qualitativ hochwertige Endprodukte und Einfallsreichtum in Bezug auf Absatzmöglichkeiten.

Einen sehr guten Vorschlag dazu habe der Präsident des Thüringer Bauernverbandes unterbreitet: Ein für Schüler kostenloses Schulmilchprogramm. „Es verwundert schon, dass seitens der Landesregierung noch keine Idee wahrnehmbar ist, wie so ein Programm realisiert werden könnte. Leider passt dies auch zur Aussage, dass für Thüringen kein eigenständiges Milchkonzept erforderlich sei“, so Frau Dr. Scheringer-Wright abschließend.

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