Imageschaden Thüringens durch Gentechnikversuche

20. April 2005  Umwelt

Angesichts der wieder aufgelegten gentechnischen Versuche des Bundessortenamtes in Dachwig erklärt die agrarpolitische Sprecherin der PDS-Landtagsfraktion, Dr. Johanna Scheringer-Wright: „Die Öffentlichkeit wird an der Nase herum geführt, wenn Versuche angemeldet, abgesagt und dann doch durchgeführt werden.“

Dass diese Gentechnikversuche ausgerechnet im thüringischen Dachwig stattfinden, beschädige das Image Thüringens als das „grüne Herz Deutschlands‘ und sei auch für ortsansässige Imker schädlich, die drastische Einkommensausfälle befürchteten. Der Verbraucher werde die Herkunft des Honigs unweigerlich mit dem Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Verbindung bringen. Dabei dürfte es wahrscheinlich eine geringere Rolle spielen, ob tatsächlich eine Kontamination vorliegt. Viel schwerer werde dagegen der damit einhergehende Vertrauensverlust wiegen.

Ausdrücklich verweist die Agrarpolitikerin in diesem Zusammenhang darauf, dass in Thüringen ohnehin die Zahl der Imker seit Jahren dramatisch zurückgeht. Gegenüber 1990 seien es nur noch etwa 30 Prozent. Um diesen Prozess wenigstens zu stoppen, fordert die PDS-Abgeordnete auch die Landesregierung wiederholt zu einem klaren Bekenntnis auf, mehr für den wirklichen Schutz der Produzenten und Verbraucher zu unternehmen. Dies könne ohne weiteres getan werden, indem sie den Landwirten empfiehlt, keine gentechnisch veränderten Organismen anzuwenden.

Die Agrarwissenschaftlerin betont, dass der Maiszünsler, gegen den der gentechnisch veränderte Mais eingesetzt wird, auch mit konventionellen agronomischen Methoden soweit bekämpft werden könne, dass es zu keinen großen wirtschaftlichen Einbußen kommt. „Das Image von Thüringen, dem „grünen Herz Deutschlands‘ kann durch einen Freilandanbau von gentechnisch veränderten Pflanzen Schaden nehmen. Insofern ist dieser so überflüssig wie ein Kropf!“, sagt Frau Scheringer-Wright abschließend.

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