Politik

Thüringeti

Heinz Bley über touristische Konzepte, Landschaftspflege und Ökofleisch

Heinz Bley über touristische Konzepte, Landschaftspflege und Ökofleisch

Am 05. August 2016 besuchte eine Delegation linker Kommunalpolitiker, und die Landtagsabgeordneten Johanna Scheringer-Wright und Steffen Harzer die Agrar GmbH Crawinkel. Der Betrieb bewirtschaftet etwa 2.500 ha Weidefläche. Durch extensive und ganzjährige Beweidung mit Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden trägt der Betrieb zur Erhaltung der Wiesen- und Heckenlandschaft rund um Crawinkel bei.

 

Konik-Ponys mit weißem Deckhengst

Konik-Ponys mit weißem Deckhengst

Neben der Landschaftspflege produziert und vermarktet der Betrieb Bio-Rindfleisch, züchtet Sport- und Freizeitpferde und hat mit der „Thüringeti“ ein touristisches Standbein. Zu Fuß, mit der Pferdekutsche oder im amerikanischen Schulbus kann die Landschaft erkundet werden, die vorbeiziehenden Pferde- und Rinderherden sorgen für Safarifeeling am Rande des Thüringer Waldes.

 

Johanna Scheringer-Wright, Heinz Bley, Steffen Harzer und Holger Auerswald (v.l.n.r.)

Johanna Scheringer-Wright, Heinz Bley, Steffen Harzer und Holger Auerswald (v.l.n.r.)

Diese Mischung aus ökologischer Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus ließe sich auf eine weitere angrenzende Region übertragen. Der Standortübungsplatz der Friedenstein-Kaserne, seit über 100 Jahren in militärischer Nutzung, könnte sinnvoller und friedensschaffend genutzt werden. Eine Konversion des Geländes nach dem Konzept „Thüringeti“ (Öko-Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus) hat das Potential zivile Arbeitsplätze zu schaffen, die Kulturlandschaft langfristig zu erhalten und  Thüringens Tourismusangebot zwischen Hainich und Thüringer Wald zu erweitern.

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Landwirtschaft – leistungsfähig, sozial und umweltverträglich

07. Juli 2016  Allgemein, Landwirtschaft

Dr.Johanna Scheringer-WrightUm zu aktuellen Problemen der Landwirtschaft Stellung zu beziehen, hatte der Kreisverband DIE LINKE.LIPPE Dr. Johanna Scheringer-Wright am Mittwoch, 29. Juni in die Kulturkneipe in Blomberg-Dalborn eingeladen. Die diplomierte Agrarwissenschaftlerin ist Sprecherin für Agrarpolitik und Regionale Entwicklung der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. Die thüringische Landesregierung wird vom Ministerpräsidenten Bodo Ramelow von der Linken geführt.
In Zentrum der Diskussion stand die Frage: Was verstehen wir unter gesunden Lebensmitteln? Es sind Pflanzen, die wir selbst erzeugen. Bei der Solidarischen Landwirtschaft Dalborn pflanzen und ernten durchschnittlich 80 Familien Salate und standortgerechte Gemüsesorten für den eigenen Bedarf auf einer etwa zwei Hektar großen Kulturfläche. Sie teilen somit solidarisch den Erfolg, aber auch den naturbedingten Misserfolg miteinander. Karen Wüllenweber stellte die Gemeinschaft bei einer Hof- und Feldbesichtigung vor.
Im Anschluss daran dokumentierte Dr. Johanna Scheringer-Wright mit Hilfe des sogenannten „Ökologischen Fußabdruckes“ das erschreckende Ungleichgewicht der pro Kopf benötigten Ackerfläche und des freigesetzten Kohlenstoffdioxids zwischen der Bevölkerung, den Industriestaaten und den Entwicklungsländern. Die Spitze bilden die Nordamerikaner mit einem bis zu fünffachen Ressourcenverbrauch. Scheringer-Wright forderte daher eine radikale Kehrtwende in der Agrarpolitik, denn nur so könne man ein weiteres Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich verhindern und weiterer Klimaerwärmung entgegenwirken. Statt von Großkonzernen beherrschte Mono- und Megabetriebe, müssten wieder nachhaltige Kreislaufwirtschaften und eine bodengebundene, tiergerechte Nutztierhaltung angestrebt werden. Sie forderte, Landgrabbing zu verbieten, um das Grundeigentum denen zu überlassen, die es bearbeiten.
Alternativ zu den Lebensmittelmonopolen der Industriestaaten, seien Agrar- und Absatzgenossenschaften zu stärken. Außerdem seien Importverbote für genveränderte und glyphosathaltige Futtermittel zu verhängen. Des Weiteren fordert Dr. Scheringer-Wright die sofortige Umwandlung der flächenabhängigen EU-Prämien und stattdessen Fördermaßnahmen für Nachhaltigkeit und mehr Umweltschutz einzusetzen. Somit könne man gleichzeitig auch die strukturellen Benachteiligungen ländlicher Räume wirkungsvoll ausgleichen.
Die Agrarwissenschaftlerin verheimlichte nicht, dass ein Ausstieg aus der jetzigen verhängnisvollen Agrarpolitik kaum durchsetzbar sei. Landwirte und Verbraucher könnten gemeinsam nur erfolgreich sein, wenn sie ihren Druck auf die gewählten Vertreter drastisch intensivieren. Mit ihrem Schlussappell „sprechen Sie ihre Volksvertreter persönlich an“, schloss Scheringer-Wright ihren Beitrag und eröffnete damit eine anregende Diskussion. Kreisvorstandsmitglied Fritz Ehlert bedankte sich beim Biolandwirt Ulf Allhoff-Cramer für die Räumlichkeiten.

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Öffentliche Anhörung zur Milchkrise

16. Juni 2016  Aus dem Landtag, Landwirtschaft

800px-milk_-_olly_claxtonIm Vorfeld der morgen (am 16.06.) stattfindenden öffentlichen Anhörung zur Milchkrise im Ausschuss für Infrastruktur und Landwirtschaft im Thüringer Landtag erklärt Dr. Johanna Scheringer-Wright, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Ich bin gespannt auf die Stellungnahmen der Milchbauern, der Interessenverbände und der Handelsverbände zum Thema Milchkrise und wie den Milchbauern geholfen werden kann. Ich möchte mit den Betroffenen auch über Marktregulierung sprechen und ihre Meinung dazu hören.“

Die Abgeordnete unterstreicht ihre Auffassung, „dass ein freier Markt, für den alle gleichen Zugang und Rechte haben, eine Utopie ist. In der Realität des Kapitalismus bedeutet der Markt immer, dass einige Akteure leer ausgehen oder zum Ausscheiden gezwungen werdenDas wird oft mit ‚effizient‘ bezeichnet, ist aber unmenschlich. Deutlich wird dies daran, dass bei zeitgleicher Überproduktion Menschen verhungern. Ich kann das nicht akzeptieren und daher kämpfe ich dafür, dass Märkte so reguliert werden, dass niemand sterben muss – keine Menschen und auch keine Höfe.“

Es gibt die „Gemeinsame Agrarpolitik“ in der Europäischen Union. In diesem Rahmen werden Subventionen (Flächenbeihilfen) an die Landwirte ausgezahlt – mit und ohne Regulierung und Bedingungen. Die Regulierung des Milchmarktes (z.B. die Milchquote) komplett aufzugeben, war ein Fehler, der nur einigen Großen hilft, und der Konzentration im Sektor Vorschub leistet. Deshalb möchte ich eine Mengenregulierung diskutieren, die ein ausgewogenes Instrument ist, das den milchproduzierenden Landwirtschaftsbetrieben eine Zukunft sichert. Bei der Gestaltung dieses Regulierungsinstrumentes müssen die Erfahrungen der alten Milchquote eingebracht werden. Und bei den großen Handelsketten möchte ich die Durchsetzung der Wettbewerbsregeln, die z.B. Dumping untersagen.“

Wie solche Vorschläge von den Praktikern gesehen werden wird auch Gegenstand der morgigen Anhörung sein.

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„Milchgipfel“-Vorschläge sind keine Lösung

31. Mai 2016  Landwirtschaft

800px-milk_-_olly_claxtonZum heute in Berlin stattgefundenen sogenannten Milchgipfel erklärt Dr. Johanna Scheringer-Wright, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und Mitglied des Bundesparteivorstands der Partei DIE LINKE: „Die Vorschläge von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) gehen an der Lösung der Probleme vorbei. Die Milchkrise ist durch das neoliberale Marktmodell verursacht, das überall auf der Welt durchgesetzt wird. CDU/CSU, SPD und Grüne sowie die Führung des Deutschen Bauernverbands setzen aber nach wie vor auf genau dieses neoliberale Modell. Das Überangebot auf dem Weltmarkt wird ohne Regulierung nur dadurch abgebaut, dass einige Bauern aufhören zu produzieren – also durch ein Höfesterben. Diesen Zusammenhang leugnet Schmidt geflissentlich und wahrheitswidrig.“ Das ist nicht der Ansatz der LINKEN, der direkt Betroffenen und bäuerlichen Verbände.

DIE LINKE fordert die Einführung einer europaweiten Mengenregulierung als Teil der gemeinsamen Agrarpolitik. Diese Mengenregulierung darf nicht nur als eine kurzfristige Maßnahme angewandt werden, wie die Grünen meinen, sondern muss ein ausgewogenes Instrument sein, das den milchproduzierenden Landwirtschaftsbetrieben eine Zukunft sichert. Bei der Gestaltung dieses Regulierungsinstrumentes müssen die Erfahrungen der alten Milchquote eingebracht werden. „Ein Handeln von Produktionsrechten darf es nicht wieder geben. Das Milchmengenmodell auf europäischer Ebene muss auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein, so dass verhindert wird, dass ein kannibalischer Verdrängungswettbewerb stattfindet, durch den sich die Produktion immer mehr konzentriert“, unterstreicht Frau Scheringer-Wright.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und auch EU-Agrarkommissar Hogan sperren sich, eine solidarische Milchmengenregulierung auszuarbeiten. „Das ist auch nicht erstaunlich, denn damit verfolgt man weiter die Linie, die sich auch in CETA und TTIP findet. Auch diese Freihandelsabkommen werden die Milchkrise weiter verschärfen. Denn sie stärken auch in der Landwirtschaft und im Lebensmittelhandel die großen Unternehmen und schwächen die kleinen. Verschärft wird dies durch die fragwürdige Praxis, dass im Lebensmitteleinzelhandel verschiedene Molkereiprodukte mit Dumpingpreisen in die Supermarkt-Ketten gebracht werden, um andere auszustechen und weder Regierung noch Bundeskartellamt gegen ein solches Gebaren einschreiten“, so die LINKE- Abgeordnete.

Scheringer-Wright abschließend: „Kurzfristige Finanzhilfen, Steuererleichterungen oder Pauschalen pro Kuh z.B. als Schlachtprämien werden langfristig nicht helfen und sind im besten Fall Ersthilfen, im schlechten Fall aber nur Aktionismus. Wer keine Steuer mehr zahlen kann, weil er Verlust macht, dem helfen auch keine Steuererleichterungen. Es braucht daher eine sozial ausgerichtete, existenzsichernde Mengenregulierung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, daran führt kein Weg vorbei, wenn wir auch in Zukunft noch eine vielfältige Landwirtschaft haben wollen.“

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Rede auf dem Magdeburger Bundesparteitag

31. Mai 2016  Allgemein, Bundespolitik

Die Abgeordnete Johanna Scheringer-Wright wurde auf dem Magdeburger Parteitag erneut in den Bundesvorstand gewählt. An dieser Stelle ihre Rede:

frisch gewählter Parteivorstand Bild: Die LINKE

frisch gewählter Parteivorstand
Bild: Die LINKE

Liebe Genossinnen und Genossen

Deutschland, Europa, ja die Welt steht vor einer Zäsur:

Für mehr und mehr Menschen nimmt soziale Sicherheit ab und unsichere Lebensumstände werden die Regel. Es wird Krieg geführt, gegen Menschen, gegen soziale Sicherheit und gegen die Umwelt. Die Gründe für diese Entwicklung werden tatkräftig verschleiert. Ursache und Wirkung werden gezielt durcheinandergeworfen und Sündenböcke geschaffen. Das schafft Ängste, Unbehagen und Wut, und öffnet die Tür nicht nur für rechte Demagogen, sondern auch für Faschismus.

Es ist wichtig klar und deutlich Ursache und Wirkung zu benennen. Das reicht aber nicht. Wir müssen auch Lösungsvorschläge bringen. Und da haben wir doch einiges: Stichwort Umverteilung, Stichwort Reichensteuer, Stichwort Verbot von Waffenexporten, Stichwort Inklusion, Stichwort Grenzen auf für Menschen in Not Stichwort sozial-ökologischer Umbau.

Das sind alles gute linke Konzepte, auf die wir LINKEN stolz sein können und die wir auch immer wieder selbstbewusst einbringen müssen.

Wir dürfen diese Vorschläge aber nicht nur wie eine Monstranz vor uns her tragen, sondern müssen auch in der Praxis dafür kämpfen und sie umsetzen. Bleiben diese Vorschläge nur Lippenbekenntnisse um Regierungsposten zu ergattern, dann werden wir unglaubwürdig und verkaufen unsere Seele. Wenn mit linker Regierungsbeteiligung Menschen in Not, die bei uns Zuflucht suchen abgeschoben werden, wenn wir Schäubles sogenannte schwarze Null akzeptieren und uns um die Abgehängten nicht kümmern, wenn wir Proteste aus unserem Umfeld nicht unterstützen, weil uns nicht jede Einzelmeinung gefällt, dann verlieren wir nicht nur Wählerinnen und Wähler, sondern auch Mitglieder und Substanz.

Liebe Genossinnen und Genossen, ich bin nicht gegen Regierungsbeteiligungen. Aber ich stehe dafür, dass wir nicht einfach umfallen, nur weil mögliche Regierungspartner nicht mitziehen wollen.

Ich ermutige uns alle, Haltung und Standfestigkeit für unsere Standpunkte zu bewahren, um gemeinsam die Ungerechtigkeit in diesem Land zu bekämpfen. Das will ich auch weiter tun, auch im Parteivorstand und dafür bitte ich um Eure Stimme.

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Besuch der Agrarprodukte Großfahner eG und Obsthof Bosse

23. Mai 2016  Landwirtschaft, Mein Wahlkreis

Am Wochenende besuchte die Abgeordnete zusammen mit der Fachgruppe Landwirtschaft der IG BAU die Agrarprodukte Großfahner eG und den Obsthof Bosse in Dachwig.

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Jetzt nicht nachlassen, weiter Druck machen!

Hängepartie Glyphosat: Verantwortungslos gegenüber Menschen und Landwirtschaft

Bildquelle: www.campact.de Kampagne: Glyphosat muss vom Tisch!

Bildquelle: www.campact.de
Kampagne: Glyphosat muss vom Tisch!

Zur erneuten Vertagung der Entscheidung über die Verlängerung der Zulassung des Herbizids Glyphosat erklärt die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Dr. Johanna Scheringer-Wright:

„Dass die Entscheidung zur Zulassung wiederholt verschoben wurde, ist eindeutig auf die Bundesregierung zurückzuführen. Sie ist für diese Hängepartie verantwortlich und will offenbar Zeit gewinnen. Die Bundesregierung ist sich nicht einig  und will auch nicht dazu stehen, dass dies bedeutet, dass sie sich im EU-Ausschuss enthalten müsste. Dass sich der Bundeslandwirtschaftsminister jetzt gegenüber der Tagesschau enttäuscht zeigt, ist reine Heuchelei.“

Schließlich wolle Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt auch keinerlei Zugeständnisse für die Reduzierung des Einsatzes von Glyphosat machen. „Das ist verantwortungslos sowohl den Menschen wie auch der Landwirtschaftsbranche gegenüber“, kritisiert die Agrarexpertin Scheringer-Wright.

Weil Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend von den Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation eingestuft wird, müsse sein Einsatz wenigstens im Haus- und Kleingartenbereich, auf öffentlichen Plätzen und Einrichtungen, wie Kindergärten, Spielplätzen und Parks, und bei der Vorerntebehandlung in der Landwirtschaft verboten werden, erläutert Scheringer-Wright. „Dazu gibt es sehr viele Initiativen, auch im Thüringer Landtag ist dazu ein Antrag auf die Tagesordnung gesetzt. Würde sich die Bundesregierung dafür eindeutig einsetzen, wäre auch eine eingeschränkte Zulassungsverlängerung durchsetzbar“, so die Abgeordnete.

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Bürgergenossenschaft Konsum Ballstädt

17. Mai 2016  Lokales, Mein Wahlkreis

Kleine Dörfer leiden unter zurückgehenden Einwohnerzahlen und der damit meist verbundenen Aufgabe der Infrastruktur, wie z.B. von Geschäfte, Apotheken und Gaststätten. Dies ist auch in Thüringen und auch in meinem Wahlkreis 16 (Sömmerda I – Gotha III) so.

WP_20160509_17_29_43_ProDie Leidtragenden sind die verbliebenen Einwohnerinnen und Einwohner, insbesondere die ältere Bevölkerung. Denn während jüngere, agile Menschen sich unabhängig machen und mit dem eigenen Fahrzeug ihre Einkäufe und Besorgungen in den Städten erledigen, bleiben Ältere, Behinderte und viele Ärmere auf den öffentlichen Nahverkehr oder die Einrichtungen vor Ort angewiesen. Brechen diese Einrichtungen weg, verschlechtert sich die Lebensqualität dramatisch, Inklusion und Teilhabe sind akut gefährdet.

Was kann man tun? Einerseits gilt es natürlich von Landes- und Landkreisebene hier gegenzusteuern. Sich für einen effektiven öffentlichen Nahverkehr einzusetzen, für eine Dezentralisierung der Standorte der Schulen und Kindertagesstätten zu kämpfen bleibt oberste Aufgabe. Aber auch die Bevölkerung kann versuchen mit eigenen Initiativen gegen die Verödung ihrer Dörfer zu wirken.

Ein wirklich positives Beispiel findet sich dazu seit kurzem in Ballstädt.

Wie ich bei einem Besuch in der Bürgergenossenschaft Konsum Ballstädt erfahren konnte, haben sich hier 58 Bürgerinnen und Bürger zusammengeschlossen, eine Genossenschaft gegründet und einen Konsum aufgemacht. Die Idee dazu kam dem stellvertretenden Bürgermeister, als deutlich wurde, dass 2014 sowohl die Gaststätte, wie auch die Bäckerei mit angeschlossenem kleinem Laden aus Alters- und Gesundheitsgründen schließen würden. In der Dorfmitte, angrenzend an den Kindergarten gab es eine leere Verkaufsstelle im Eigentum der Gemeinde.

WP_20160509_17_28_42_ProNach mehreren Bürgerversammlungen wurde eine Genossenschaft gegründet, in der auch die Gemeinde Mitglied ist, die Räumlichkeiten wurden renoviert und von der Gemeinde an die Genossenschaft verpachtet. Die Bürgergenossenschaft Konsum war geboren. 2,5 Arbeitsplätze wurden geschaffen, die durch ehrenamtliches Engagement verstärkt werden. Der Konsum führt (fast) alle Artikel des täglichen Bedarfs und wird überwiegend aus der Region beliefert. Frische und regionale Verbundenheit sind dadurch ausgeprägt. Zusätzlich wurde im Konsum eine Kaffeesitzecke eingerichtet, so dass die Kundinnen und Kunden bei einem kleinen Imbiss auch ein Schwätzchen halten können – eine angenehme aber auch wichtige soziale Beschäftigung.

Bislang hält sich der Konsum sehr gut. Hoffen wir, dass noch mehr Neugierige auf den kleinen, feinen Konsum aufmerksam werden und dort vor Ort ihre Einkäufe erledigen.

Ich freue mich sehr über diese tolle, genossenschaftliche Initiative in Ballstädt!

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Lösungswege aus der Milchkrise

12. Mai 2016  Landwirtschaft

Zu dem heute auf Einladung des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter e.V. im Landtag stattgefundenen ausführlichen Gespräch mit Vertretern der Milcherzeuger und weiteren Fachleuten, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Dr. Johanna Scheringer-Wright:

800px-milk_-_olly_claxton„Es ist sehr deutlich geworden, dass an einer Milchmengenreduzierung in der Europäischen Union kein Weg vorbei führt. Diese muss aber sozial gerecht und wirtschaftlich existenzsichernd für die Betriebe sein, um die Milchwirtschaft auch in Thüringen zu sichern.“ Schon jetzt schränkten Thüringer Betriebe die Produktion ein und einige hätten die Kühe schon völlig abgeschafft. Das sei für Thüringen kein gutes Signal, weil damit Arbeitsplätze im ländlichen Raum vernichtet würden. „Es kann also nicht darum gehen, sogenannte Abwrackprämien für die Abschaffung von Kühen zu zahlen, notwendig ist vielmehr, ein wohl überlegtes Mengenregulierungssystem auf EU-Ebene zu etablieren“, fordert Scheringer-Wright. Bislang habe nur der Bund Deutscher Milchviehhalter dafür konkrete Vorschläge gemacht, und dieses klare Engagement sei anzuerkennen.

Die Abgeordnete begrüßt, dass sich hinsichtlich des Milchsektors bei den Agrarministern langsam ein Umdenken durchsetze, wie die Beschlüsse der letzten Agrarministerkonferenz gezeigt hätten. Jedoch gebe es beim Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und EU-Agrarkommissar Hogan noch starke Widerstände gegen eine Regulierung auf EU-Ebene, so Scheringer-Wright. Daher sei es wichtig, dass die Milchbauern in ganz Europa, aber eben auch in Thüringen, „Druck machen, um sich nicht gegenseitig ausspielen zu lassen und Regulierungsmaßnahmen auf EU-Ebene durchzusetzen. Dafür haben die Milchbauern meine volle Solidarität und Unterstützung“, betont Scheringer-Wright. In diesem Zusammenhang verweist sie auch auf die öffentliche Anhörung, die im Landtagsausschuss für Infrastruktur und Landwirtschaft am 16. Juni stattfinden soll und bei der neben den Milcherzeugern auch Molkereien und Einzelhandel gehört werden, um Lösungswege aus der Milchkrise aufzuzeigen.

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Gedenken am 8. Mai: Mahnung vor Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit

09. Mai 2016  Antifaschismus, Mein Wahlkreis

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Am 08. Mai war die Abgeordnete mit einigen Genossen und Sympathisanten am Sowjetischen Ehrenmal in Ohrdruf.

PM der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag

Heute begeht Thüringen den 71. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges. Vertreter der Fraktion DIE LINKE im Landtag und der Landesregierung werden am traditionellen Gedenken am Sowjetischen Ehrenmal auf dem Erfurter Hauptfriedhof teilnehmen. Hierzu erklärt die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und Vorsitzende der Thüringer Linkspartei, Susanne Hennig-Wellsow:

„Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus und von der NS-Herrschaft. Der Sieg der vier Alliierten an diesem Tag über die deutsche Wehrmacht und das nationalsozialistische Deutschland bedeutete auch das Ende des schlimmsten Menschenverbrechens, welches die Geschichte bis dahin erlebt hat. Dieser Tag ist damit für uns nicht nur der Tag, am dem wir der Opfer des Zweiten Weltkrieges in Europa mit seinen fast 50 Millionen Toten gedenken. Dieser Tag, den der Thüringer Landtag zu Recht im vorigen Jahr zu einem gesetzlichen Gedenktag erklärt hat, erinnert uns an unsere Pflicht, zu mahnen und wachsam gegenüber neuem Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit zu bleiben. Dies gilt erst recht angesichts aktueller rechter Strömungen.08Mai16_1

Der 8. Mai war für hunderttausende Verfolgte, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter auch in Thüringen der Tag, an dem sie sich ihrer Freiheit endlich sicher sein konnten. Und er war für die deutsche Bevölkerung der Tag, mit dem auch die Grundlagen für unser heutiges Leben in Frieden, Freiheit und Vielfalt gelegt wurden. Dafür sind wir denen dankbar, die diesen Neuanfang möglich machten und ihn vielfach mit ihrem Leben bezahlten. Ihrer gedenken wir am 8. Mai und ihrem Andenken sind wir verpflichtet!“

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