Anrufen genügt nicht!

24. Mai 2007  Landwirtschaft

Es sieht so aus, als würde es sich das Ministerium mal wieder ganz einfach machen: anstelle ihrer  Verantwortung gerecht zu werden, und selbstständig im Rahmen der Gesetze und Bescheide zu agieren, wird offenbar in Berlin angerufen, um dann der Öffentlichkeit in Thüringen zu sagen, alles ok, der gentechnisch veränderte Mais der Linie MON 810 des multinationalen Konzerns Monsanto kann in Dachwig, Friemar und Schwerstedt stehen bleiben. Wieder einmal ignoriert der Minister alle Gefahrenhinweise, die diesmal sogar vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit selbst kommen. Denn es ist eindeutig erwiesen, schon seit einer Studie aus dem Jahr 2000, dass dieser Mais nicht nur gegen Maisschädlinge wirkt, sondern auch für viele anderen Insekten, darunter auch Schmetterlingen und „Nützlingen“ tödlich ist. Dass diese Erkenntnisse nur in einem bundesweiten vorläufigen Handelsverbot mündeten, ist schon schlimm genug, und nur durch die Nähe von Herrn Minister Seehofer zur Gentechniklobby zu erklären. Das bedeutet aber nicht, dass Herr Minister Zeh dem gleichen Irrweg verfallen muss. „Die Felder in Thüringen müssen gerodet werden und das Material sicher entsorgt werden – das wäre verantwortungsvolles Handeln von Seiten der Landesregierung, wie auch des Bundessortenamtes, das die Pflanzen zum Zweck der Sortenprüfung anbaut“ erklärt die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.PDS im Thüringer Landtag, Dr. Johanna Scheringer-Wright.

„Der Anbau und die Ausbringung von gentechnisch veränderten Organismen stellt ein unkalkulierbares Risiko dar, und es ja schon fast ein Erfolg, dass die Landesregierung jetzt auf den Druck der Bevölkerung und unseren Druck innerhalb des Parlamentes wenigsten die Bundesvorgabe im Naturschutzgesetz hinsichtlich GVO (gentechnisch veränderter Organismen) umsetzt, auch wenn das aus unserer Sicht noch viel zu wenig ist, um die Risiken zu minimieren.“ so die Agrarwissenschaftlerin abschließend.

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