Beiträge vom Oktober 2018

Besuch der Kiesgrube an der Goldbacher Siedlung

Johanna im Gespräch mit Herrn Kieser

Am 11. Oktober fand ein Ortstermin an der geplanten Erweiterung der Kiesgrube an der Goldbacher Siedlung in Gotha statt. Dazu eingeladen hatte die Abgeordnete Johanna Scheringer-Wright, neben einigen Anwohnern aus der Siedlung, waren auch der Öko-Landwirt Herr Michels, der das betreffende Grundstück bewirtschaftet, Herr Riecke von der TA, sowie Jörg Kieser anwesend.

Der Gothaer Unternehmer Jörg Kieser erwarb 2013 das ca. 4 ha große Grundstück, das bislang landwirtschaftlich von einem Biobetrieb genutzt wurde, aus der Insolvenzmasse der Gothaer Meliorations- und Tiefbau GmbH. Mit dem Kauf ist die bereits 1993 erteilte

Die bestehende Grube, 5m tief, oberhalb des Grundwassers.

Abbauerlaubnis auf die Firma Kieser übertragen worden. Ein neuer Hauptbetriebsplan wurde Anfang 2018 beantragt und im März 2018 genehmigt. Dazu fertigte die Stadt Gotha eine Stellungnahme an. Der Betriebsplan ist bis 2020 befristet und steht offenbar unter dem Vorbehalt, dass ein Lärmgutachten erstellt wird. Sobald dieses vorliegt, soll die Grube in Richtung der Goldbacher Siedlung entsprechend erweitert werden.

Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden erst informiert, als Unmut aufgrund ein paar in die Erde geschlagener Pflöcke aufkam. In der Siedlung wurde vermutet, dass der Abbau bis direkt an den Behringer Weg unmittelbar bevorstehen würde. Mit diesem Unmut hatten weder die kommunalen Entscheidungsträger, noch das Unternehmen gerechnet. Ein eilig einberufener Runder Tisch konnte zwischen Landesbergamt, dem Unternehmer und den Bewohnern der Goldbacher Siedlung ein wenig vermitteln. Jedoch auch zwei Monate nach dem Gespräch sind bei einigen Anwohnern die Sorgen und der Ärger noch deutlich spürbar.

Noch Biolandwirtschaft, bald Kiesgrube, dann wieder Biolandwirtschaft.

Jörg Kieser erläuterte das „fließende“ Abbauverfahren und sicherte zu, die Grube nicht bis an seine Grundstücksgrenze auszudehnen. Mittels Lärmschutzwall und durch einen größeren Abstand sollen die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich gehalten werden. Unmittelbar nach dem Kiesabbau soll die Grube verfüllt und wieder als landwirtschaftliche Fläche nutzbar gemacht werden.

Die schlechte Informationspolitik seitens der Stadt Gotha bot der AfD die Chance sich als Interessenvertretung der Anwohnerinnen und Anwohner aufzuspielen. Der ansonsten „wirtschaftsfreundlichen“ AfD wurde es, durch die zwar formal korrekte, aber dennoch bürgerfeindliche Informationspolitik, leicht gemacht die Stimmung zu kanalisieren. Diese Partei bietet keine Lösungen an, sondern versucht auf allen Politikfeldern die Stimmung anzuheizen und einen vermeintlichen Gegensatz zwischen Bevölkerung und „Altparteien“ zu konstruieren. Derartige Situationen lassen sich vor allem durch eine ehrliche, transparente und den Menschen zugewandte Politik verhindern. Der rot-rot-grüne Kulturwandel in der Politik ist nur leider noch nicht überall angekommen.

 

Weitere Infos und Berichte findet ihr in eurer Lokalzeitung.

Share Button

Landtagswahl Bayern 2018

16. Oktober 2018  Allgemein

Die Landtagswahl in Bayern ist gelaufen. Die Abgeordnete unterstützte den Wahlkampf der Genossinnen und Genossen in Schrobenhausen und in Ingolstadt. Die Resonanz auf die Wahlkampfstände war gut und offen, zahlreiche Flyer und Zeitungen wurden verteilt und das Gespräch mit den Menschen vor Ort geführt.

Wahlkampfstand für die bayrischen Landtags- und Bezirkstagswahlen in Schrobenhausen. Mit der Spitzenkandidatin Eva Bulling-Schröter und den KandidatInnen Gabriele Nava, Stefanie Kirchner und Roland Keller.

Die CSU hat massiv Stimmen verloren, viele Wähler*innen haben sich den „besseren Rassisten“ angeschlossen und die AfD gewählt. Viele Wertkonservative sind vor dem Rechtsschwenk der CSU geflohen und sind zu den Grünen und Freien Wählern gewechselt. Aber trotz der bitteren Niederlage, die Regionalpartei bleibt mit 37% mit Abstand die stärkste Fraktion im Bayrischen Landtag. Noch größer fielen die Verluste für die SPD aus, die Hälfte der ehemaligen Wählerinnen und Wähler haben der Partei den Rücken gekehrt.

Leider konnte DIE LINKE in Bayern diese

Wahlkampfhilfe in Bayern, Ingolstadt, für die Landtagswahl und die Bezirkstagswahl

Wechselstimmung nur bedingt nutzen, der beachtliche Stimmenzuwachs hat nicht gereicht um in den Bayrischen Landtag einzuziehen. Jeder der Bayern kennt, weiß wie schwierig es in dem konservativ-bürgerlichem Land ist, linke Positionen und Kandidaten zur Geltung zu bringen. Der rechtskonservative Block ist immer noch sehr stark, auch wenn die CSU deutlich verloren hat. Dass die AfD hinter den letzten Prognosen blieb, ist nicht wirklich beruhigend. Schließlich wird die Politik die die AfD fordert, zu großen Teilen von der CSU bereits in die Praxis umgesetzt. Die Grünen etablieren sich

Infostand mit Miethai und tatkräftiger Unterstützung aus Thüringen, Sachsen und Brandenburg

als Partei der Mitte, sie haben sich im Kapitalismus eingerichtet und stützen ihn.

Das Wahlergebnis für DIE LINKE zeigt aber auch, dass wir der Partner für die wirtschaftlich benachteiligten Menschen sind, ebenso konnten wir mit unserem Spitzenduo Ates Gürpinar und Eva Bulling-Schröter ein Signal für Weltoffenheit und Internationalismus senden. Wir konnten viele neue und junge Kandidaten und Kandidatinnen in den Wahlkampf schicken, jetzt wird es darauf ankommen, dass diese auch weiterhin aktiv sind, sich politisch weiterbilden, Erfahrungen sammeln, diese Partei weiterentwickeln und dann auch wieder kandidieren. Nur so werden wir unsere Ideen und uns verankern – auch in Bayern.

Share Button

Vortrag „Rettungswiderstand – Sie folgten ihrem Gewissen“ im Gothaer Tivoli

01. Oktober 2018  Antifaschismus, Mein Wahlkreis

Das Gothaer Bürgerbündnis gegen rechts. Gotha ist bunt e.V. hat für morgen einen Vortrag zu den Aktivitäten des Rettungswiderstands im 3. Reich organisiert. Hier die Einladung des Bündnisses:

Die Aktivitäten des Rettungswiderstands, in dem eine Reihe von Einzelpersonen sowie gesellschaftlichen Kräften und Initiativen Juden während der NS-Zeit beim Gang in den Untergrund unterstützten und so viele vor dem Holocaust retteten, sind spätestens mit dem Film „Schindlers Liste“ einem Millionenpublikum bekannt geworden. So wissen wir heute von viel mehr Menschen als früher, die durch ihr Verhalten gegenüber Verfolgten des NS-Regimes bewiesen haben, dass es auch unter den Bedingungen einer Diktatur möglich ist, humanen und christlichen Werten Geltung zu verschaffen. So überlebten bspw. Hans Rosenthal (1925-1987), später ein bekannter Rundfunk- und Fernsehunterhalter, sowie Michael Degen (geb. 1932), heute ein bekannter Schauspieler dank vielfältiger Unterstützung im Untergrund. Den Trägern des Rettungswiderstands widerfuhr nach dem Krieg jedoch keine Gerechtigkeit: Wer allein Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leistete, erntete in der BRD lange Zeit keine Anerkennung, da sein Widerstand nicht organisiert gewesen sei und so keine Aussicht auf Erfolg gehabt habe. Die vielfältigen Facetten des Rettungswiderstands im zivilen sowie militärischen Bereich und einige seiner bekanntesten Vertreter beleuchtet Prof. Dr. Georg Hey, Tübingen, im Vortrag „Rettungswiderstand – Sie folgten Ihrem Gewissen“, zu dem das Bürgerbündnis gegen rechts. Gotha ist bunt am Dienstag, 2. Oktober um 19.00 Uhr in Gotha im Tivoli (Am Tivoli 3) einlädt. Der Eintritt ist frei.

Share Button