Beiträge vom September 2018

Arbeiten in der Pflege – eine Odyssee

21. September 2018  Allgemein

Eigentlich hoffen die Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen seit Jahren darauf, dass sich eine Entspannung ihrer Situation einstellt. Aber Fehlanzeige, mit zu wenig Personal, teilweise unmöglichen Dienstplänen und einer Bezahlung, die sie in die Altersarmut treibt, steuert das Schiff der Pflege geradewegs in die Katastrophe. Es hat zerfetzte Segel und der jahrelange Kampf für eine menschenwürdige Pflege und Verbesserung der Arbeitsbedingungen hat die Besatzung ausgelaugt. Kein Land ist in Sicht. Geradeso steuert der Kahn um die Klippen des wirtschaftlichen Drucks und immer wieder gehen Menschen über Bord.

Das klingt dramatisch. Tatsächlich ist es noch dramatischer und das seit Jahren, nicht nur durch den demographischen Wandel. Jede Woche gibt es neue, wohlgemeinte Hinweise, wie gestern von Herrn Spahn. Der meint, wenn freiwillig mehr gearbeitet würde, wäre schon manches gelöst. Die Realität ist dem schon weit voraus, viele arbeiten bereits mehr, denn überall wo Personal fehlt, muss das vorhandene Team einspringen. Wochenendschichten an drei oder mehr Wochenenden im Monat oder vermehrt Nachtschichten, sind in Deutschlands Pflegeeinrichtungen keine Seltenheit. Tödlich für das eigene Sozialleben und vielleicht auch für die Menschen, die gepflegt werden?

Schlechte Bezahlung und miserable Arbeitsbedingungen, kurzum prekäre Beschäftigung ist wichtiger Grund dafür, dass der Nachwuchs fehlt. Das schließt eine kostenpflichtige Ausbildung und ein unattraktives Gehalt für die Pflegenden ein. Denn neue Arbeitskräfte kommen nur bei entsprechenden Voraussetzungen und eine Prämie beim Arbeitsplatzwechsel kann gute Arbeitsbedingungen und ausreichend kollegiale Unterstützung nicht ersetzen.

 

Pflegenotstand stoppen – Für gute Pflege!

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Redsoxx – das linke, interkulturelle Straßenfest am Weltfriedenstag in Gotha.

18. September 2018  Lokales, Mein Wahlkreis

Johanna eröffnete das Straßenfest

Bereits das fünfte Mal in Folge fand in der Blumenbachstraße das interkulturelle Straßenfest redsoxx statt. Veranstaltet wurde das Fest vom Abgeordnetenbüro der Landtagsabgeordneten Johanna Scheringer-Wright und DIE LINKE. Gotha, als Demonstration für Frieden, Solidarität und Internationalismus. Dieses Jahr wurde der Termin auf dem Weltfriedenstag gelegt und damit ein besonderer Schwerpunkt gesetzt auf die Kampagne „Abrüsten statt Aufrüsten“ und auf den Kampf gegen Krieg, Vertreibung, faschistische Tendenzen und Neonazis. Johanna Scheringer-Wright führte in ihrer Eröffnungsrede aus, dass derzeit weltweit etwa 20 Kriege wüten und 385 gewaltsame Konfliktherde immer wieder auflodern. Auch gibt es 68 Millionen Flüchtlinge weltweit, von denen aber gut 85% gar nicht bis in die industrialisierten, reichen Länder gelangen. Meist kämpfen sie in bitterarmen Nachbarländern ums Überleben, wie z. B. die Rohingya in Bangladesch. Zunehmend wird in Deutschland und Europa das Thema Flüchtlinge von weiten Teilen der Politik und Gesellschaft instrumentalisiert.

draußen hing das Transparent, im Kubixx lief der Workshop zu Klimagerechtigkeit

Diese Rhetorik wird immer wieder dazu benutzt, um von den wahren Ursachen von Armut, Wohnungsnot und Sozialabbau abzulenken. Gleichzeitig wird vertuscht, was für ein gigantisches Aufrüstungsprogramm von der Bundesregierung in Deutschland verfolgt wird. Das 2%-Ziel für Aufrüstung wird konsequent von der EU mit PESCO und der NATO verfolgt. Das wäre nahezu eine Verdopplung des gegenwärtigen Rüstungsetats in Deutschland. Längst trägt der Einsatz deutscher Panzer und deutscher Soldaten in aller Welt zu den Konflikten bei. Zudem werden deutsche Waffen exportiert mit Milliardengewinnen.

für die Kleinen gab es dieses Mal eine Hüpfburg

Die Nato-Manöver in Norwegen, vor den Toren Russlands zielen darauf ab, Russland

militärisch zu provozieren. An dieser Provokation nehmen insbesondere Thüringer Soldaten und Panzer bei. Die fortschreitende Militarisierung aller Lebensbereiche, exemplarisch soll hier nur das Werben der Bundeswehr in Schulen (!) genannt werden und die ständige Thematisierung einer „Flüchtlingskrise“ und sogenannter Gefahren für die deutsche Kultur tragen dazu bei, dass die Gesellschaft nach rechts rückt. Die Ereignisse in Chemnitz zeigen nur zu dringend, wie wichtig es ist dagegen zu halten. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger die wirklichen Ursachen für Sozialabbau, Ausgrenzung und Umweltzerstörung zu benennen: nämlich das kapitalistische System. So wird mit imperialistischen Methoden Migration verhindert und dies von der bürgerlichen Regierung auch noch als „Bekämpfung von Fluchtursachen“ verkauft. Frieden ist die beste Bekämpfung von Fluchtursachen und kann nur erreicht werden wenn globale Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit lebenswerten Bedingungen und Zukunftsperspektiven für alle ermöglicht werden.

Liedermacher VoKa sorgte für die Musik

Etwa 100 Menschen aus verschiedenen Ländern nahmen am redsoxx teil und brachten sich mit eigenen Beiträgen ein. Neben leckerem, veganem Linseneintopf von der Kommune Waltershausen und Kaffee und Kuchen von DIE LINKE. Gotha, gab es Kinderschminken von der linken Jugendgruppe und eine Hüpfburg für die Kinder. Günter Guttsche vom Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft e.V. referierte zum Thema: “Wer hat Angst vorm russischen Bären”. Vertreterinnen der Klimaaktion Thüringen führten einen Workshop zu Klimagerechtigkeit durch und orientierten insbesondere auf die anstehenden Aktionen zum Schutz des Hambacher Forstes. Musikalisch wurde das Fest untermalt vom Liedermacher und Anarchist VOKA, der bestens unterhielt und Texte zum Nachdenken lieferte. Die Tradition des Interkulturellen Straßenfestes als Demonstration für Frieden, Gerechtigkeit und gutes Miteinander wollen wir fortsetzen.

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Grand reportage bei rfi (französiches Radio) mit der Abgeordneten Johanna Scheringer-Wright

05. September 2018  Allgemein

Ein interessanter Radiobeitrag über das Klimacamp Leipziger Land in Pödelwitz, für alle die Französisch verstehen. Mit dabei Johanna Scheringer-Wright mit einem ausführlichen Statement (ca. Minute 10:00 – 12:30).

http://www.rfi.fr/emission/20180904-allemagne-charbon-difficile-sortie-centrales-pollution-podelwitz

Blockaden am Kraftwerk Lippendorf

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PM: Tierschutz ernst nehmen

04. September 2018  Landwirtschaft

Anlässlich der heutigen Bundesratssitzung in der unter anderem das Ende der betäubungslosen Ferkelkastration im Rahmen des Tierschutzgesetzes auf der Tagesordnung stand, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Johanna Scheringer-Wright:

„Leider wurde das Problem gerade auf Bundesebene verschlafen. Jetzt einfach eine Verlängerung der Erlaubnis für eine betäubungslose Ferkelkastration im Bundesrat zu verlangen, ist aber aus Tierwohlgründen nicht zielführend. Am besten wäre es natürlich, die  Ebermast und das Schlachten und Vermarkten von Jungebern vor der Geschlechtsreife auszubauen. Hier ist vor allem der Handel und die Lebensmittelindustrie in der Pflicht, damit die Bauern diese Tiere auch verkaufen können. Weiterhin muss als Alternative auch die Betäubung mit Isofluran auf den Weg gebracht werden. Dazu braucht es eine Übergangsfrist, die jedoch nicht länger als ein Jahr betragen sollte. Dringend notwendig ist aber eine Verordnungsermächtigung der Bundeslandwirtschaftsministerin, damit diese Narkose nach gezielter Schulung durch Tierärzte auch von den Landwirten selbst durchgeführt werden kann. Ich begrüße es, dass die zuständigen Thüringer Ministerien zugesagt haben, die Bauern bei Schulung und der Umsetzung der technischen Voraussetzungen für das Narkotisieren zu unterstützen.“

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